5 Fakten über Acne inversa
Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die Betroffene stark belasten kann. Anders als bei gewöhnlicher Akne, die hauptsächlich bei Jugendlichen verbreitet ist, manifestiert sich Acne inversa in Hautfalten wie den Achseln, der Leistengegend oder im Genitalbereich. Die Erkrankung führt häufig zu schmerzhaften Knoten, Abszessen und Narben. Viele Betroffene leiden unter chronischen Schmerzen und erheblichen Einschränkungen im Alltag.
Hier sind fünf wesentliche Fakten, die Sie über Acne inversa wissen sollten:
1. Acne inversa – was ist das genau?
Acne inversa oder Hidradenitis suppurativa ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die häufig in Schüben auftritt und über die Zeit fortschreitet. Sie ist nicht zu verwechseln mit der „gewöhnlichen Akne“ Acne vulgaris, die in der Pubertät häufig ist.
Acne inversa zeigt sich in Knotenbildung, Abszessen und tief liegenden Hautläsionen. Die häufig auch nässenden Stellen können zur Bildung von Fistelgängen und ausgeprägten Vernarbungen führen. Die Entzündungen entstehen bei der Acne inversa vor allem unter den Achseln, in der Leistengegend, in Hautfalten, beispielsweise unter der Brust oder am Bauch und im Genitalbereich, wenn sich Haarfollikel entzünden. Die betroffenen Stellen sind schmerzhaft, jucken und können unangenehm riechen. Für Betroffene ist die Krankheit körperlich und psychisch sehr belastend.
2. Die Ursachen der Akne inversa
Die genaue Entstehung der Krankheit ist bisher nicht vollständig geklärt und Prävention daher nicht möglich. Man vermutete zunächst eine Entzündung der Schweißdrüsen als ursächlich, weswegen die Erkrankung nach dem griechischen Wort dafür benannt wurde (Hidradenitis). Inzwischen weiß man, dass der Beginn bei den Talgdrüsen und den Haarfollikeln liegt und die Schweißdrüsen sich erst sekundär entzünden.
Die Acne inversa tritt meist in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter erstmals auf. Mädchen und Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Man geht von einer Inzidenz von 6 neuen Fällen pro 100.000 pro Jahr aus(1) und von etwa 2 Millionen Erkrankten in Deutschland.
Es wird vermutet, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zur Entstehung beiträgt:
- Hormonelle Einflüsse: Oft tritt die Erkrankung während hormoneller Veränderungen wie der Pubertät auf, während Spontanheilungen nach der Menopause beobachtet wurden.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung deutet auf genetische Ursachen hin.
- Immunologische Faktoren: Über- bzw. Unterreaktion der angeborenen Immunantwort spielt möglicherweise eine Rolle.
Weitere Erkrankungen, die häufig bei Betroffenen ebenfalls auftreten, sind Morbus Crohn und rheumatische Erkrankungen.(1) Bei einer entsprechenden Prädisposition können Rauchen, Übergewicht (Adipositas) und mechanische Reizung der Haut offenbar die Krankheit mitauslösen.(1) Obwohl Rauchen und Übergewicht nach Empfehlungen der Expert:innen vermieden werden sollen, gibt es keine Daten, die eine direkte Symptomverbesserung dadurch belegen.
3. Behandlung der Acne inversa
Die Behandlung der Akne inversa richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und der Symptome – heilbar ist sie nicht.
Topische Therapie
Bei oberflächlichen Läsionen können antibiotika- und cortisonhaltige Salben aufgetragen werden. Abszess- und Jodsalben, antibakterielle Waschlotionen oder salzhaltige Bäder bringen Betroffenen teilweise Linderung. Peelings mit einer 15-prozentigen Resorcinol-Creme zeigten in einer kleinen Studie gute Effekte.(1)
Systemische Therapie
Für die systemische Behandlung der Acne inversa stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. Die häufigsten sind:
- Systemische Antibiotikagabe: Mittel der ersten Wahl sind Tetracyclin, Clindamycin und Rifampicin (1), um die Bakterienbesiedlung der Wunden zu reduzieren.
- Systemische Cortisonbehandlung: Die antiinflammatorische Wirkung kann die Behandlung unterstützen. Es liegen nur begrenzt Daten vor.
- Biologikatherapie: Biologika sind Antikörper, die beispielsweise entzündungshemmend und immunsuppressiv wirken. Gute Effekte wurden mit Adalimumab und Infliximab erzielt. (1)
Operative Behandlung
Besonders bei tiefen Hautläsionen führen die nicht invasiven Methoden häufig nicht zu einer langfristigen Besserung. Für die operative Behandlung stehen verschiedene empfohlene Verfahren zur Verfügung, u. a. eine Lasertherapie.
4. Schmerz und Schmerzmanagement
Ein großes Problem der Patient:innen ist der Schmerz. Sie beschreiben durch die tief sitzenden Knoten und Entzündungen einen heißen, brennenden, drückenden, schneidenden oder reibenden Schmerz. Auf einer Skala (Visual Analog Skala – VAS) von 0 (kein Schmerz) bis 10 (nicht aushaltbarer Schmerz) beschreiben Acne-inversa-Betroffene ihre Schmerzen mit durchschnittlich 4,5.(1)
Damit sind sie signifikant stärker als bei anderen schmerzhaften Hauterkrankungen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität. Dem Schmerzmanagement kommt daher eine wichtige Bedeutung zu. Es sollte sowohl medikamentöse als auch nicht medikamentöse Ansätze umfassen.
Häufig bessern sich die Schmerzen durch die bereits genannten Therapien. Reicht die Linderung nicht aus, können, mit Rücksicht auf Risikofaktoren, Schmerzmittel versucht werden. Zur Wirksamkeit von NSARs und Opioiden in der Acne-inversa-Therapie gibt es kaum gesicherte Daten. Vor einer Gabe müssen mögliche Risikofaktoren erhoben werden. Kleine Studien mit Zinkglukonat zeigten gute Wirksamkeit. Details zur Dosierung finden sich in der europäischen Leitlinie.(1)
5. Wundversorgung bei Acne inversa
Eine adäquate Wundversorgung ist entscheidend für den Umgang mit den Abszessen und Hautläsionen, die durch Acne inversa entstehen. Da die Wunden oft in Hautfalten lokalisiert sind, müssen Wundauflagen individuell angepasst werden. Geeignete Produkte sollten saugfähig sein, die Wunde trocken halten und Gerüche absorbieren. Spezielle Verbände für die Acne-inversa-Behandlung existieren nicht.
Zur Wundversorgung eignet sich ConvaFoam® mit den drei Technologien von Convatec: Aquacel® Hydrofiber®, Superabsorber-Fasern und ConvaTec™ Silikon.
Die verschiedenen Schichten bilden zusammen einen atmungsaktiven, schützenden Schaumverband, der sich der Wunde anpasst. Durch die Tragedauer von bis zu sieben Tagen werden weniger Verbandwechsel nötig, was den Komfort für die Patient:innen verbessert sowie Zeit und Ressourcen spart. Der Schaumverband kann individuell auf die gewünschte Form und Größe zugeschnitten werden und eignet sich so auch für den Einsatz an schwer zu versorgenden Körperstellen wie der Achselregion.(2)
Acne inversa ist eine für die Betroffenen belastende Krankheit – sowohl physisch wie psychisch. Eine interdisziplinäre und individuelle Therapie kann helfen, das Fortschreiten der Erkrankung bzw. von entzündeten Stellen zu verlangsamen und die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.
Quellen:
1Zoubouli C.C. et al. European S1 guideline for the treatment of hidradenitis suppurative/acne inversa. Doi: 10.1111/jdv.12966 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jdv.12966)
2https://www.convatec.com/de-de/wundversorgung/blog/neuer-schaumverband-convafoam-silicone/
(AP-73075-DEU-DEU-v1)
Blogs